अध्याय 23: Elowen – Aren

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Der Supermarkt ist voll, aber nicht laut.

Wagen rollen über den Boden, irgendwo piept eine Kasse, Stimmen vermischen sich zu einem gleichmäßigen Hintergrundrauschen.

Ich schiebe den Einkaufswagen zwischen den Regalen hindurch und denke an meine Kinder.

Übermorgen kommen sie zurück.

Ich werde sie selbst vom Flughafen abholen. Kein Fahrer, keine Termine danach. Nur wir.

Ich will ihnen Irish Stew kochen.

So wie früher.

Lamm, Kartoffeln, Karotten, Zwiebeln. Langsam gegart, nichts überstürzt. Ein Essen, das Zeit braucht. An den Sonntagen in Connemara haben wir uns schon am Vormittag darauf gefreut. David stand am Herd, ich schnitt das Gemüse, die Kinder saßen am Tisch und stritten darüber, wer zuerst probieren durfte.

Am Sonntag wird ein Platz leer bleiben.

Ob ich mich je daran gewöhnen werde?

Mein Handy vibriert.

Anna:

Mr. Henslow kommt in zwei Stunden. Denk bitte an die Unterlagen für das Whitmore-Portfolio.

In zwei Stunden?

Das Treffen sollte doch erst in drei Stunden stattfinden. Hoffentlich schaffe ich das alles noch, was ich mir vorgenommen habe.

Ich lese die Nachricht ein zweites Mal, dann stecke ich das Handy weg. Ich nicke einer Frau zu, die mir entgegenkommt, als würden wir uns kennen.

Ich steuere den Wagen zur Fleischtheke.

„Ich hätte gern achthundert Gramm Lammschulter.“

Der Metzger nickt, greift nach dem Messer und zeigt mir die Stelle.

Ich nicke.

Ich darf auf gar keinen Fall die Präsentationsmappe vergessen. Ich schaue zu den Regalen.

War das…?

Eine Bewegung am Ende des Gangs, lässt meinen Atem stocken. Blonde Haare. Dunkle Kleidung.

Aren?

Ich starre angestrengt in die Richtung.

Da ist die Frau mit einem Kleinkind, das immer wieder versucht, Tütensuppen aus dem Regal zu ziehen.

„Wenn du jetzt nicht aufhörst, dann kommst du in den Wagen!“, zischt die Mutter.

Kein Aren, ich sehe schon Gespenster.

„Darf es sonst noch etwas sein?“ höre ich hinter mir.

„Nein, danke.“

Der Metzger reicht mir das verpackte Fleisch.

„Einen schönen Tag noch.“ Er lächelt freundlich und wendet sich der nächsten Kundin zu.

„Danke ebenso.“

Ich schiebe den Wagen weiter und will das Paket in den Wagen legen.

Es rutscht mir aus der Hand.

Kullert wie eine Murmel.

Was ist denn jetzt los?

Ich sehe auf meinen rechten Arm.

Er liegt gerade gestreckt, wie eine Stange Porree im Wagen.

Reglos.

Taub und gefühllos.

Mein Herz rast. Ich schiebe den Wagen weiter, hinein zwischen die Kaffee- und Teeregale, weg von Blicken. Mit der linken Hand ziehe ich meinen rechten Arm aus dem Wagen.

Er baumelt leblos im Schultergelenk.

Die Panik überrollt mich wie eine Tsunamiwelle. Was ist das?

„Fühlt sich an wie ein Fremdkörper, nicht wahr?“

Seine Stimme ist dicht hinter mir.

Aren!

Mein Hals wird trocken, wenn ich jetzt die Kontrolle verliere…

Ich rieche ihn, noch bevor ich mich umdrehe. Dieser Höllengeruch aus Blut und Asche. Er schiebt den Wagen vor mich. Sein Mund lacht, sein Blick voller Kälte. Er kommt auf mich zu, beugt sich nah zu mir.

„Du musst jetzt gut auf deinen Arm aufpassen, Elowen“, flüstert er mir in mein Ohr.

„Was man nicht fühlt, kann man sehr leicht brechen.“

„Was hast du getan?“ flüstere ich zurück

Er lacht leise, geht zu der Reihe mit den Kaffeebohnen.

„Die Frage ist nicht, was ich getan habe“, Er holt ein großes goldenes Paket mit Kaffeebohnen aus dem Regal und betrachtet es von allen Seiten. „Sondern was du tust.“

Er sieht mich wieder an.

„Was ist mit diesem Mark? Wer ist er wirklich?“

Ich suche nach einer Antwort, während ich das Gefühl habe, dass mein Herz erfriert.

Aren hält sich die Packung Kaffee vor das Gesicht.

„Duftet herrlich, findest du nicht?“ Ein kaltes Strahlen folgt seinen Worten.

Meine Gedanken wirbeln durcheinander.

Ich habe keine Kontrolle über meinen Arm und kaum noch Kontrolle über mich.

„Er hat einen Sohn“, sagt Aren beiläufig. „Habe ich mir sagen lassen. Aber keine Mutter.“

Er legt die Kaffeebohnen in seinen Wagen.

„Wo ist die Mutter? Und vor allem, wo ist der Sohn?“

Ich schlucke.

„Die Mutter ist tot“, sage ich leise. Bitte lieber Gott, lass mich dieses Spiel nicht verlieren. „Und der Sohn ist… unterwegs.“

Aren geht ein paar Schritte weiter, betrachtet die Teeregale.

„Hm.“

Er nimmt eine kleine Packung Earl Grey Tea heraus, riecht daran.

„Bei ihm ist die Frau tot“, er stellt die Packung zurück ins Regal, nimmt sich eine andere. Gleiche Sorte, andere Marke.

„Bei dir ist es der Mann“, sagt er nachdenklich und stellt auch diese Packung zurück. „Deine Kinder sind unterwegs. Sein Sohn ist unterwegs.“

Er breitet die Arme auseinander, blickt in das Neonlicht über uns.

„Das riecht doch förmlich nach Resonanz“, sagt er laut. Dieses Mal strahlt er über sein ganzes Gesicht.

„Wie siehst du das, Elowen?“ Sein Lachen ist verschwunden, seine Stimme wieder leise und ruhig, der Blick lauernd.

Ich kann ihm nicht folgen. Nicht gedanklich. Nicht körperlich. Mein Arm hängt noch immer leblos an mir.

Aren dreht mir den Rücken zu, als habe er auch keine Antwort von mir erwartet.

Er greift nach seinem Einkaufswagen mit dem Paket Kaffeebohnen und schiebt ihn weiter.

„Ach ja“, sagt er über die Schulter.

„In zwei Stunden kannst du den Arm wieder ganz normal bewegen.“

Er bleibt kurz stehen.

„Treib es nicht zu weit, Elowen. Kontrolle wird dich nicht ewig schützen.“

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