अध्याय 25: Elowen – Nachtlichter

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Unter mir glüht die Stadt.

Ein schimmernder Teppich aus Licht und Bewegung, so weit, dass er jede Grenze verliert. Von hier oben wirkt alles klein. Beherrschbar.

Ich liege wach und weiß, dass genau das eine Lüge ist.

Es ist zwei Uhr morgens.

Die Uhr an der Wand zeigt es mir ohne Mitgefühl. Mein Körper ist ruhig, mein Kopf nicht. Der Arm liegt schwer auf der Bettdecke. Er funktioniert wieder. Als wäre nichts gewesen. Als hätte ich mir alles eingebildet.

Habe ich aber nicht.

Ich denke an Caelans Stimme.

An das letzte Telefonat.

Lina macht Fortschritte, hatte er gesagt. Sie übt. Sie nimmt es ernst.

Ich habe genickt, obwohl er mich nicht sehen konnte. Habe das Richtige gesagt. Wie immer.

Dabei frisst mich die Schuld auf.

Ich habe ihre Herzmagie blockiert. Aus Angst. Aus Kontrolle. Aus Liebe, die zu vorsichtig war.

Und jetzt wird sie morgen zum ersten Mal allein mit Noah im Wald sein.

Der Gedanke zieht mir die Luft aus der Brust.

Eamon sagt, es sei notwendig.

Mir bleibt nichts anderes, als ihm zu vertrauen.

Mein Handy vibriert auf dem Nachttisch.

Einmal.

Dann noch einmal.

Ich weiß, wer es ist, bevor ich hinsehe.

Aren.

Ich nehme ab.

Nicht zu schnell. Nicht zu langsam.

„Du schläfst nicht“, sagt er.

Keine Frage. Eine Feststellung.

„Doch“, lüge ich. „Ich bin nur aufgewacht.“

Er lacht leise.

Dieses kontrollierte, beinahe freundliche Lachen, das nichts verspricht und alles meint.

„Du denkst an deine Tochter.“

Ich sage nichts.

„Und an den Jungen“, fügt er hinzu.

Mein Blick geht zur Glasfront. Die Stadt unter mir scheint den Atem anzuhalten.

„Nicht an den Vater“, sagt Aren ruhig. „Nicht an Mark.“

Eine kleine Pause.

„Der ist viel zu menschlich. Er zittert ja schon, wenn ich ihn nur ansehe.“

Mein Herz schlägt einmal zu laut.

„Ein Hüter hätte sich besser unter Kontrolle“, fährt er fort. „Nicht wahr, Elowen?“

Ich schließe kurz die Augen. Nur einen Wimpernschlag.

„Du suchst nach der magischen Resonanz“, sage ich schließlich.

„Natürlich.“

Seine Stimme ist jetzt näher. Nicht räumlich. Gedanklich.

„Und die gibt es nur zwischen zwei Hybriden.“

Ich spüre die Einsamkeit wie einen Druck im Brustkorb.

Zweiundsiebzig Stockwerke über allem. Und doch nirgends sicher.

„Der Junge“, sagt Aren leise.

„Noah.“

Mein Schweigen ist Antwort genug.

„Ich denke“, fährt er fort, fast beiläufig, „ich besuche Mark morgen einmal.“

Ein Atemzug.

„Vielleicht sagt er mir ja, wo Noah steckt.“

Das Gespräch endet nicht.

Er legt nicht auf.

Er wartet.

Und ich weiß:

Er sieht mich.

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