अध्याय 27: Kapitel 26

यह अध्याय अभी Hindi में उपलब्ध नहीं है। इसे अनुवाद करने के लिए साइन इन करें और सभी के लिए मुफ़्त में उपलब्ध कराएं।

Wer in der an sich unscheinbaren Seitenstraße, abgehend von der Wasserstraße in Stralsund, nahe dem Ozeaneum, an Hausnummer 24 vorbeikam, hätte vieles erwartet, ein Architekturbüro vielleicht, eine Umweltinitiative, ein Startup für vertikale Begrünung. Jedoch ganz sicher nicht das, was sich hinter der spiegelnden Fassade tatsächlich verbarg.

Ein Gebäude aus Glas und Stahl, begrünt bis unter das Dach. Hängende Gärten rankten über Balkone und Fassaden, als hätte sich der Wald das Bauwerk zurückgeholt, doch jeder Zweig war geplant, jede Pflanze bewusst gewählt. Ein Klimakonzept, das nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war. Nur wer genauer hinsah, bemerkte die abgedunkelten Scheiben, die dezent verspiegelten Türen, die absolut geräuschlosen Aufzüge.

Im obersten Stockwerk, mit Blick auf das weite Blau der Ostsee, lag ein Büro, das an Effizienz und Kühle kaum zu übertreffen war. Touchdisplays in Glas eingelassen, leuchtende Linien im Boden, ein schwebender Bildschirm über einem dunklen Holztisch. In der Ferne glitt ein Segelschiff langsam an der Küste vorbei. Möwen zogen im Flug vorbei. Eine Fähre auf dem Weg nach Trelleborg.

Lars saß entspannt in einem Designerstuhl, ein italienisches Hemd locker über der Jeans, die Uhr am Handgelenk dezent, aber teuer. Felix gegenüber, die Füße in Barfußschuhen überschlagen, ein Lächeln wie immer kurz vor der Arroganz. Beide blickten auf die Frau, die am Schreibtisch gelehnt, mit überkreuzten schlanken Beinen vor ihnen stand.

Sie trug ein schwarzes, schlicht geschnittenes Kleid, das auf diskrete Weise teuer war. Ihre Haare, silberblond, perfekt gelegt. Kein Schmuck außer einem einzigen Ring mit einem tiefblauen Saphir. Ihre Haltung war makellos. Und ihre Stimme, als sie sprach, war ruhig und präzise:

„Usedom?“

Lars nickte. „Alles wie besprochen. Lotta Kaspar hat unterzeichnet. Die Angehörigen glauben, wir seien vom Hospizdienst, Sterbebegleitung. Kein Verdacht.“

„TZSFC injiziert?“

Felix antwortete: „Dosierung wie angeordnet. Vier Einheiten.“

„Wie lange hätte sie noch gehabt ohne das Serum?“

Lars zuckte leicht mit den Schultern. „Eine Woche. Zehn Tage maximal. Die Frau war austherapiert.“

„Scan durchgeführt und Tattoo gestochen?“

„Natürlich. Wir haben alles unter Kontrolle, wie immer.“ Lars tippte auf das Display vor ihm. Ein schematischer Körper erschien, eingefärbt in Gelb, Rot und Violett. „Abbau der Zellkerne in Leber und Lunge, kritisches Stadium. Der Serum-Index liegt bei 37. Sollte jetzt stabil bleiben, zumindest vorübergehend.“

Die Frau nickte, fast unmerklich. „Hat sie eine Lebensversicherung gewollt?“

Felix grinste. „Nein. Sie wollte das Geld lieber direkt spenden. Sagen wir… eine großzügige Ablöse für vier Wochen aufrecht erhaltenes, gutes Leben. Ihre Erben sind jetzt schon versorgt. Immobilien, Vermögen, ein Aktienpaket. Der Teufel scheißt eben immer auf den dicksten Haufen.“

Sie antwortete ihm mit scharfem Blick. „Sprich bitte in Zukunft präziser, nicht volkstümlich.“

„Verstanden“, murmelte Felix.

„Hatte sie andere Wünsche, statt der Lebensversicherung?“

„Eine weitere Injektion. Natürlich gegen zusätzliche Zahlung.“

Die Frau sah nun zum Fenster hinaus. Dort, wo die Ostsee leuchtete. Ihre Stimme war kühl wie eine Klimakammer.

„Das wollen sie alle. Sie feilschen um Minuten, um Stunden. Aber sie begreifen nicht, dass sie für Größeres bestimmt sind.“

Sie schwieg. Niemand wagte, sie zu unterbrechen.

Die Frau stand noch immer am Fenster. Der Blick hinaus auf das glitzernde Wasser schien ihr Kraft zu geben, aber ihre Stimme blieb kühl. „Das Labor der Spurensicherung ist gesäubert. Es liegt bei ihrem restlichen Hab und Gut im südlichen Bunker. Zur Vernichtung bereit. Es wird Zeit, dass wir weiter aufräumen. So etwas darf nicht noch einmal passieren.“

Lars wandte sich ihr zu. „In den Bunkern liegen Schätze, Geschichte aus sieben Jahrhunderten. Eigentlich eine Schande.“

Sie zuckte kaum merklich mit den Schultern. „Ich bedaure es auch. Aber besser, alles wird vernichtet. Es wird nicht mehr gebraucht. Das war nur der Anfang. Wir sind mittendrin.“

Felix tippte auf seinem Tablet, während Lars sich in seinem Designersessel zurücklehnte. Beide warteten auf das, was jetzt kommen würde. Und es kam.

„Eine ganz andere Herausforderung beschäftigt mich zurzeit mehr.“ Sie trat vom Fenster zurück und nahm Platz, ohne sich zu setzen wie jemand, der müde ist, eher wie jemand, der seine Kräfte haushalten muss. „Annika und Lukas haben das Haus von Meike Tiedemann leergeräumt. Alles wie besprochen. Aber in der Abteilung für Historische Koordination ist aufgefallen, dass zwei Kisten fehlen. Ausgerechnet die, die uns interessieren.“

Felix hob den Kopf. „Meike war Historikerin. Eine, die tief gegraben hat, ja. Aber eine direkte Verbindung zu uns gab es nicht.“

„Es gab mehr als das.“ Die Frau ließ die Worte einen Moment im Raum stehen, wie feinen Staub. Sie sah Lars an. „Wer auch immer diese Kisten hat, er oder sie wird mehr herausfinden, als uns lieb sein kann.“

Lars sah kurz zu Felix. „Dann holen wir sie eben zurück.“

„Morgen…, morgen holt ihr Sina. Danach ist Schluss mit dem Theater.“

Ein kurzes Schweigen. Die Frau stand auf, ging wieder zum Fenster. Unten glitt eine Fähre vorbei, Möwen schrien, irgendwo auf der Promenade lachte ein Kind. Sie sah all das nicht.

Sie flüsterte: „Meike... aus uns hätte so viel werden können.“

Ein Tränchen rann über ihre Wange, lautlos, beinahe unwirklich. Sie wischte es weg mit einer Bewegung, die eher aus Trotz, denn aus Trauer bestand. „Du warst so dumm.“

Sie drehte sich zu den beiden Männern um. Wieder kühl. Wieder gesammelt.

„Wir haben noch viel zu tun.“

यह अध्याय कैसा लगा?

साइन इन करें समीक्षा लिखने के लिए भी।