제41화: Kapitel 40

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Marit saß auf einem Fußhocker neben der Liege, eine Hand auf Sinas Decke, und sah plötzlich auf. Für einen Moment war es nur ein kaum wahrnehmbares Zucken in ihrem Blick, dann beugte sie sich leicht vor. Der Atem unter der Decke hatte sich verändert, schneller, aber flacher, wie ein sanftes Hecheln, das aus weiter Ferne kam.

Marit kannte dieses Geräusch. Sie hatte es schon oft gehört, in den letzten Stunden von Menschen, die aufbrachen, um nicht zurückzukehren. Es war ein rhythmisches Ringen, ein zäher Kampf um den Atem, der manchmal Stunden andauern konnte und doch unvermittelt, oft mitten in einem Einatmen, verstummte.

Katja folgte Marits Blick, stellte die Tasse ab und beugte sich leicht vor. „Aber… vielleicht können wir ja noch etwas tun. Wir können sie doch da nicht so…“

Marit richtete sich langsam auf. Sie ging zum Tisch zurück, ihre Schritte leise auf dem Kies, als wolle sie die Stille nicht zerreißen. Sie setzte sich zu den anderen, faltete die Hände vor sich und ließ ein leises, trauriges Lächeln erscheinen, das eher ein Schatten von Trost war. „Gib ihr Raum für sich. Mehr braucht sie gerade nicht.“

Ohne zu fragen, schüttete sie allen Kaffee nach.

„Jetzt beginnt etwas, das sich ziehen kann, Stunden vielleicht. Niemand weiss es genau.“

Die anderen nickten. Sie würden bleiben, jeder mit der Nähe, die er geben konnte, und dem Abstand, den Sina brauchte. Ein stilles Wachen, eine Gemeinschaft des Aushaltens.

Katja lehnte sich zurück. Die Hilflosigkeit machte ihr zu schaffen. Ihre Finger schlossen sich fester um die Tasse, als müsse sie sich daran festhalten, als könne Wärme sie gegen die Kälte in ihrem Innern schützen.

Ein kurzer Blick flog zwischen den Anwesenden hin und her, man suchte Worte und fand nur Stille.

„Sie… atmet ja wie…“ Sven beendete den Satz nicht. Seine Stimme brach ab, als hätte auch er verstanden, dass Worte nicht mehr reichten.

Henning stand ein Stück abseits, die Hände tief in den Hosentaschen verkrampft, und starrte auf den schmalen Brustkorb, der sich unruhig hob und senkte.

Da flüsterte Konrad, die Stimme rau und voller schwerer Zärtlichkeit: „Ich hatte gehofft, wir hätten noch mehr Zeit…“

Marit schüttelte bedauernd den Kopf, langsam, fast feierlich. „Diese Zeit gibt es nicht mehr.“

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