Глава 7: Alma- Lirien

Эта глава ещё недоступна на языке Russian. Войдите, чтобы перевести её и открыть для всех.

Der Weg trägt mich weiter. Etwas in mir hat aufgehört, stehen zu bleiben.

Der Bach begleitet mich.

Er gleitet über Steine, berührt sie, lässt sie zurück.

Ich gehe neben ihm her und spüre mit jedem Schritt, dass Müdigkeit hier keine Schwere hat.

Die Luft ist weich.

Sie legt sich an meine Haut, als wollte sie mich erinnern, nicht stehenzubleiben.

„Du bist müde.“

Die Stimme kommt von vorne.

Ganz nah.

Ich bleibe stehen.

Etwas schwebt vor mir.

So dicht, dass ich unwillkürlich den Atem anhalte.

Sie ist klein.

Nicht zerbrechlich, aber leicht.

Ihre Flügel tragen sie mühelos, halten sie einen Augenblick direkt vor meiner Nase, als wolle sie prüfen, ob ich sie wirklich sehe.

Ihr Haar schimmert wie Blütenstaub im Gegenlicht.

Ihre Augen sind grün, nicht wie Gras, sondern wie Farn im Schatten.

Wenn sie sich bewegt, zieht sie kleine Bögen in die Luft, und die Luft folgt ihr bereitwillig.

Erst jetzt nehme ich die Flügel ganz wahr.

Sie wirken, als bestünden sie aus Licht und Erinnerung zugleich, fangen jede Bewegung ein

und lassen sie weiterwandern, als würde nichts hier je ganz stillstehen.

Wenn sie schlagen, ist es kaum mehr als ein Zittern, wie ein Atemzug, der nicht gehört werden will.

Etwas in mir rührt sich.

Kein Erstaunen. Eher ein Wiedererkennen.

„Lírien“, sage ich, und wundere mich nicht darüber, dass ich ihren Namen kenne.

Sie lacht leise und zieht eine kleine Schleife in der Luft, direkt vor meinem Gesicht.

Es ist lange her.

So lange, dass ich vergessen hatte, wie sich ihre Nähe anfühlt.

„Du hast mich nicht vergessen“, sagt sie leise. „Du hast nur aufgehört, mich zu rufen.“

Ich atme aus.

Ein Knoten, von dem ich nicht wusste, dass er da war, löst sich.

„Ich war bei dir“, sagt sie, „als du die Augen geschlossen hast. Damals. Und lange davor.“

Sie tanzt und schwebt vor meinem Gesicht.

„Komm“, sagt sie weiter und schwebt nun rückwärts vor mir her. „Ich habe Lust auf Sahnekuchen. Und Kakao.“

Ich sehe sie an.

Dann auf meine Hände.

„Ich habe kein Geld dabei.“

Sie bleibt in der Luft stehen, neigt den Kopf und schaut mich an, wirklich an.

Dann lacht sie, hell, fast erstaunt.

„Geld?“ sagt sie. „Alma, du bist in Aelyr, du brauchst kein Geld. Oder hast du von deiner Familie Geld für eine Tasse Kakao genommen?“

Edward taucht vor mir auf.

Der Küchentisch.

Mehl auf der Arbeitsfläche.

Ein Löffel im Topf.

Abende, die warm waren, auch wenn draußen alles kalt war.

„Ja“, sage ich langsam. „Aber das war doch zu Hause.“

Lírien schwebt näher, so dicht, dass ich ihren Atem spüre.

„Und Aelyr ist auch dein Zuhause.“

Das Café liegt an der Straße, als hätte es immer dort gestanden.

Holztische. Große Fenster.

Licht, das nicht weiß, ob es draußen oder drinnen sein will.

Eine junge Frau kommt lächelnd zu uns.

Lírien bestellt ohne Zögern.

„Zwei Sahnetorten. Zwei Kakao.“

Als die Teller kommen, fliegt sie dicht vor meinem Gesicht vorbei, landet auf dem Tellerrand und betrachtet den Sahnekuchen mit unverhohlener Freude.

Sie fährt mit dem Finger durch die Sahne und lacht.

„So schmeckt er am besten.“

Ich sehe hinaus.

Am Himmel ziehen Bomber.

Langsam und unaufhaltsam.

Mein Herz zieht sich zusammen.

„Sie sind noch da“, sage ich.

Lírien fliegt dicht an mich heran und legt mir die Hand auf den Arm, kaum schwerer als ein Hauch.

„Lass sie fliegen“, sagt sie ruhig. „Sie tun dir nichts. Nicht hier.“

Die Geräusche verblassen.

Wie ein Echo, das sich verliert, wenn man es nicht mehr festhält.

„Komm“, sagt sie plötzlich und zieht an meinem Ärmel.

„Ich will dir etwas zeigen.“

Draußen fliegt sie mir voraus.

Ich folge.

Dann spüre ich es.

Mein Haar liegt nicht mehr schwer auf meinem Rücken.

Es ist leicht.

Kurz.

Ich greife danach.

Verwirrt.

„Was ist passiert?“

Lírien zuckt in der Luft mit den Schultern.

„Ist das wichtig? Es ist nur Haar. Es war lang. Jetzt ist es kurz. Du gewöhnst dich daran.“

Der Wind streicht mir über den Nacken.

Und etwas in mir weiß, dass sie recht hat.

Sie bleibt stehen.

Schwebt über dem Bach.

Zeigt nach unten.

Dort steht ein Mann in Uniform.

Rauch steigt von ihm auf, als hätte er ihn mitgebracht.

Er hält eine Angel in der Hand und schaut ins Wasser, als gäbe es nichts anderes.

Mein Herz schlägt einmal zu viel.

„Das ist mein Vater“, flüstere ich.

Ich gehe auf ihn zu.

„Papa! Hast du Rose gesehen?“ frage ich.

Er hebt den Kopf.

Lächelt mich an.

Liebevoll.

Still.

Ich drehe mich zu Lírien.

„Papa redet nicht mit mir.“

Sie nickt, hebt die Hand. „Er hört dich. Aber vielleicht trägt er seine Traurigkeit so tief in sich, dass er den Weg bis zu dir noch nicht findet. Lass ihm die Zeit, die er braucht.“

Andere Elfen lösen sich aus der Luft.

Klein, leuchtend.

Sie fliegen niedrig über den Bach, fangen das Licht des Wassers ein und tragen es weiter,

als wollten sie etwas bewahren.

Ich wende mich wieder um.

Papa ist fort.

Nur das Wasser bleibt.

Und sein Lauf.

Lírien schwebt wieder vor mein Gesicht.

Ganz nah.

„Komm“, sagt sie leise.

„Wir müssen uns ein bisschen beeilen, wenn du Rose sehen möchtest.“

Ich gehe mit.

Und während ich weitergehe, weiß ich:

Ich bin noch nicht zu spät.

Как вам эта глава?

Войти чтобы также написать рецензию.

Гл 6Гл 8