Hoofdstuk 42: Kapitel 41

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Der Himmel war blau wie Kornblumen. Kein Wind, kein Laut, nur das ferne Rauschen des Meeres. Die Felder standen satt und grün, die Wälder reckten sich wie müde Riesen dem Licht entgegen.

Sina ging langsam einen schmalen Pfad entlang, barfuß, das Gras kühl an ihren Füßen. Ein zarter Duft von Jasmin schwebte in der Luft, fremd und doch vertraut. Vor ihr lag ihr Haus, das Dach mit Moos bedeckt, der Stall offen, irgendwo hinter dem Haus gackerten Hühner.

Als sie die Pforte erreichte, öffnete sich die Tür.

„Mutter!“

Ein blondes Mädchen mit runden Wangen und blitzenden Augen lief auf sie zu, barfuß wie sie, das Kleid schmutzig vom Spiel.

„Mutter, wo bist du gewesen all die Tage? Vater hat dich überall gesucht.“

Sina lächelte, kniete nieder, strich ihrer Tochter über das Haar, küsste ihre Stirn. Der Duft von Heu lag in der Luft und immer noch dieser feine Hauch von Jasmin, der nicht vergehen wollte.

„Nun, ich weiß es nicht, mein Kind.“

„Komm, gehen wir ins Haus, Vater hat Suppe gemacht.“

Alina nahm ihre Hand und führte sie hinein. Die Holzdielen knarrten unter ihren Schritten, das Feuer brannte im Herd.

Am Tisch stand Matthes, den Löffel in der Hand. Als er sie sah, ließ er alles fallen, kam zu ihr, zog sie an sich, fest, warm.

„Gott Vater im Himmel… wo bist du bloß gewesen?“ Seine Stimme war brüchig vor Rührung.

Sina legte die Stirn an seine Schulter, dann hob sie den Kopf, sah sich um: der schwere Tisch, die niedrige Decke, Wände aus Lehm, Alinas Korb mit den kleinen Holzschnitzfiguren in der Ecke.

Sie überlegte angestrengt und schüttelte den Kopf.

„Ich weiß es nicht, Matthes. Ich war irgendwo… da war etwas. Aber was … und wo, … ich weiß es einfach nicht.“

Sie schaute auf das Feuer unter dem Topf, es war klein, aber lebendig. Auf der Truhe dampfte ein weiterer Topf, und es roch nach Bohnen mit Kraut.

Ihr Arm wurde schwer und erst jetzt schaute sie an sich herunter und bemerkte, dass sie etwas trug: einen Tontopf mit einem Jasmin voller Blüten.

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