第 27 章: Alma – Weggabelung

本章节暂无Chinese (Simplified)译文。登录后即可参与翻译,让所有人都能免费阅读。

Ich weiß nicht, wie lange ich schon gehe.

Der Weg wird weiter.

Und stiller.

Rechts, hinter niedrigen Büschen, steht die goldene Lokomotive. Sie glänzt nicht grell. Eher matt, als hätte sie schon viele Blicke ausgehalten. Dampf steigt auf, ruhig, gleichmäßig. Kein Pfeifen. Kein Drängen.

Links läuft der Bach. Er wird breiter, langsamer. Weiter hinten öffnet er sich zu einem Fluss, und noch weiter zu einem Meer. Dunkelblau. Tief. Darauf treiben große Schiffe mit weißen Segeln, so ruhig, als hätten sie alle Zeit der Welt.

Der Himmel darüber ist nicht mehr blau.

Er ist lila.

Violett.

Wie kurz vor einem Gewitter, das sich umentschieden hat.

Meine Beine werden müde.

Nicht schmerzhaft.

Eher wie nach einem langen Tag, an dem man nichts falsch gemacht hat.

Ich setze mich auf eine Bank.

Sie steht mitten auf einem runden Platz. Um mich herum blühen Blumen, groß und offen: rote und weiße Rosen, Nelken, Lilien. Keine kleinen mehr. Als hätte jemand beschlossen, dass Zögern hier keinen Sinn hat.

Zwischen den Bäumen flattern Organza-Tücher. Hell. Fast durchsichtig. Der Wind bewegt sie sanft, wie Atem.

Überall brennen Kerzen.

Obwohl es Tag ist.

Auf Marmorsockeln liegen schwarze Kugeln aus Onyx. Aus ihnen steigt Rauch auf. Rosa. Blau. Er vermischt sich, löst sich wieder auf.

Ich schaue mich um.

Eira steht neben mir.

Lirien sitzt auf meinem Knie. Leicht wie immer.

Dann drehe ich mich um.

Und erschrecke.

Hinter mir ist Nebel. Dicht. Weiß. Und er endet nicht dort, wo ich dachte, dass der Weg gewesen war.

„Der war eben noch nicht da“, sage ich.

„Doch“, sagt Eira ruhig. „Du hast ihn nur nicht gesehen.“

Aus dem Nebel treten Menschen.

Eine Frau in einem weißen Kostüm. Die Schuhe in der Hand. Barfuß auf dem Stein.

Ein Mann in Jeans und Hemd, das Hemd offen, als hätte er es eilig gehabt.

Eine Mutter im Abendkleid, das Baby in einem samtigen Strampler an die Brust gedrückt.

Alle tragen einen Koffer.

Manche halten ihn fest, als wäre er federleicht.

Andere schleppen ihn, als würde er sie nach unten ziehen.

Manche weinen.

Manche lachen leise.

Manche schauen einfach nur geradeaus.

Zwischen ihnen bewegen sich Lichtwesen.

Ihre Gesichter sind vollkommen ruhig.

Und vollkommen schön.

Ihre Gewänder scheinen nicht vom Wind bewegt zu werden, sondern von etwas Tieferem, wie kleine Wellen. Hinter ihnen schimmern große Flügel. Perlmuttfarben. Sie gehören keinem Geschlecht an.

Der Gedanke ist einfach da:

Männlich oder weiblich?

Lirien bewegt sich nicht.

„Weder noch“, sagt sie.

Ich blinzle.

„Was meinst du?“

„Männlich oder weiblich“, sagt sie. „Weder noch.“

Ich sehe die Lichtwesen an.

„Die sehen aus wie …“

„…Engel“, Lirien vervollständigt meinen Satz ehrfürchtig. „Ja.“

„Echte?“ frage ich leise.

Eira lächelt.

„Ja“, sagt sie. „Echte. Ob Engel oder Lichtwesen, nenn sie wie du möchtest.“

Mir ist, als würden die Engel durch mich hindurchsehen. Nicht unfreundlich. Einfach … vorbei.

„Warum sehen sie mich nicht?“ frage ich.

„Doch“, sagt Lirien. „Aber du bist noch nicht dran.“

„Und was mache ich dann hier?“ frage ich.

Eira legt den Kopf schief.

„Geduld“, sagt sie. „Hier hat nichts Eile.“

Ich beobachte.

Auf der anderen Seite des Platzes beginnt ein schmaler Weg. Er ist abgegrenzt von goldenen Pfählen, zwischen denen eine dunkelblaue Kordel gespannt ist. Dick. Schwer. Wie etwas, das hält.

Am Anfang des Weges steht ebenfalls ein Engel.

Am Ende, ein Tor, davor, still und wartend, ein Engel.

Es wirkt unscheinbar. Und doch ist es das Einzige, das ich nicht aus den Augen lassen kann.

Ich sehe, wie eine alte Frau aus dem Nebel tritt. Eines der wunderschönen Wesen geht zu ihr. Sie neigen sich einander zu. Kein Wort. Die Frau nickt.

Sie geht los.

Allein.

Der Engel am Tor hebt den Blick, der am Anfang des Weges nickt ihm zu.

Das Tor öffnet sich.

Ein Mann kommt heraus. Er bleibt neben dem Lichtwesen stehen und breitet die Arne aus.

Die Frau beschleunigt ihre Schritte. Sie lässt den Koffer fallen. Dann ist sie bei ihm. Sie umarmen sich, er nimmt ihren Koffer und sie verschwinden gemeinsam.

Das Tor schließt sich.

Ich atme aus, ohne zu merken, dass ich die Luft angehalten habe.

Wieder treten Menschen aus dem Nebel.

Eine junge Mutter mit dem Baby. Ein Engel neigt sich zu ihr. Ich sehe, wie sie zuhört. Wie sich etwas in ihrem Gesicht ordnet.

Sie nickt.

Dann geht sie los.

Nicht zum Zug.

Zum Tor.

Kurz vor dem schmalen Weg bleibt sie stehen. Löst den Griff um das Kind.

Eine kleine Fee schwebt heran. Behutsam. Sie nimmt das Baby auf, als hätte sie nie etwas anderes getan.

Die Fee wendet sich ab.

Zum Zug.

Die Mutter schaut ihr nach. Nur einen Moment. Dann geht sie weiter.

Zum Tor.

Wieder sehe ich die Wesen sich zunicken, das Tor öffnet sich, ein älteres Ehepaar tritt hervor, beide umarmen die junge Frau. Sie nimmt ihre Tasche und folgt ihnen.

Ich schlucke.

„Es gehen nicht nur welche“, sagt Eira leise. „Es kommen auch. Schau mal. “

Ich sehe, wie Lichtwesen winzige Lichtpunkte übergeben. Elfen und Feen nehmen sie auf. Stolz. Behutsam. Dann fliegen sie davon zum Zug.

„Neuankömmlinge“, sagt Lirien. „Kleine Seelen, sie folgen ihren Bestimmungen und warten darauf, dass ihr Körper sie ruft und sie sich mit ihm vereinigen können.“

Ich sitze still.

Sprachlos.

„Also war ich schon einmal dort“, sage ich schließlich und zeige auf das Tor.

Lirien nickt. „Genau.“

„Und was mache ich jetzt hier?“

Ich sehe wieder zum Zug.

„Du darfst jetzt entscheiden. Zurück kannst du nicht mehr. Wählst du den Zug oder das Tor?“

Ich schaue zu meinen Füßen, erst jetzt entdecke ich den kleinen cremefarbenen Stoffkoffer neben mir.

Ich schlucke.

„Und…, wenn ich den Zug nehme?“

Ich sehe einen Mann darauf zulaufen, als habe er Angst den Zug zu verpassen. Er zieht einen Rollkoffer hinter sich her.

Eira schaut mich an.

„Dann fährst du“, sagt sie. „Noch eine Weile. Ohne Halt.“

„Ohne Halt?“ frage ich.

„Genau, er hält erst an deiner endgültig letzten Station, aber ein bisschen könnte er dich noch fahren.

„Hm, gutes Essen und ich kann mir die Landschaft anschauen, vielleicht erkenne ich ja das ein oder andere,“

„Nein, Alma“, sagt sie. „Alles wird an dir vorbeirauschen., du kannst nichts festhalten und nichts erkennen.“

Ich sehe wieder zum Tor.

„Und was genau ist dahinter?“

Eira schüttelt den Kopf.

„Das weiß ich nicht.“

„Und Rose? Wo ist Rose? Im Zug oder hinter dem Tor?“ frage ich.

Stille.

Dann sagt Lirien leise:

„Auch das weiß niemand.“

Ich sitze da. Zwischen Zug und Tor.

Zwischen Bach und Meer.

Zwischen Kerzenlicht und Nebel.

„Ich muss mich entscheiden“, sage ich.

Eira nickt. „Ja.“

Ich hole tief Luft und will nach meinem Koffer greifen.

Eira hält mich am Handgelenk fest. „Noch nicht, liebe Alma, wir haben noch eine letzte Überraschung für dich.“

这一章怎么样?

登录 同时撰写一篇书评。

第26章第28章