فصل 11: Alma – Eira

این فصل هنوز به Persian ترجمه نشده. وارد شوید تا آن را ترجمه کنید و برای همه رایگان کنید.

Ich bleibe stehen.

Vor mir liegt eine kleine weiße Kapelle am Bach.

Sie ist so schlicht, dass man sie fast übersieht und doch zieht sie alles an.

Kein Turm, keine Glocken.

Nur heller Stein, glatt und warm, als hätte ihn jemand mit bloßen Händen geformt.

Das Portal steht offen.

Kein Drinnen, kein Draußen.

Musik fließt heraus.

Keine Orgel.

Eine Harfe und ein Klavier.

Die Harfe klingt wie Wasser, das sich erinnert.

Das Klavier wie Schritte auf altem Holz, vorsichtig, liebevoll.

Die Töne gleiten über den Bach, legen sich auf die Wiese, steigen die Böschung hinauf.

Sie bleiben nicht stehen.

Sie verteilen sich, als hätten sie beschlossen, überall zu sein.

Im Wasser funkelt es.

Nicht grell, aber tief.

Saphire, eingebettet zwischen Kies und Moos, als hätte der Bach sie selbst ausgesucht.

Wenn das Licht sie trifft, antworten sie mit kleinen blauen Atemzügen.

Eine Stimme hebt an.

Schwer vor Liebe, langsam, als wüsste sie, dass alles längst versprochen ist.

Sie singt, als wüsste sie, dass alles zuhört.

She moved through the fair…

Ich gehe ein paar Schritte weiter.

Die Musik folgt mir nicht, sie ist längst da.

Die Klänge tragen sich über die Kapelle hinaus, über die Wiese, über den Bach.

Sie steigen auf, so hoch, dass selbst der Himmel innehält.

Wolken verharren.

Vögel schlagen einen Flügelzug zu früh, zu spät und bleiben stehen.

Elfen erstarren mitten im Flug.

Ihre Flügel zittern, als müssten sie sich entscheiden, ob sie weiterfliegen oder zuhören wollen.

Feen in Silber und Weiß kommen aus allen Richtungen. Ihre Kleider rascheln leise. Sie tragen Blumen, ganze Arme voll Blüten in sanften Farben, die ich nie gesehen habe und doch erkenne. Sie gehen langsam, würdevoll, als trügen sie etwas Zerbrechliches, das nicht fallen darf.

Vor der Kapelle auf der Wiese breitet sich ein Büffet aus.

Es ist ein Tisch.

Nein, es sind viele.

Ein langer Tisch zieht sich über die Wiese, so weit, dass sein Ende im Licht verschwimmt. Weiße Tischdecken fallen bis auf den Boden, bewegen sich kaum im leichten Wind. Sie liegen auf saftig grünem Gras, das unter ihren Säumen hervorleuchtet.

Blütengirlanden umschlingen die Tische. Weiß und cremefarben, dazwischen dunkelrote Schleifen, sorgfältig gebunden, als hätte jemand sich Zeit genommen. Nicht hastig. Nicht dekorativ. Sondern bewusst.

Zwischen den Gedecken stehen hohe silberne Leuchter, schwere Kerzenständer, in denen fünf dunkelrote Kerzen Platz finden. Das Wachs ist warm, fast honigfarben. Die Flammen stehen ruhig, als wüssten sie, dass heute niemand eilt.

Auf den Tischen liegt alles, was satt macht und mehr.

Platten mit Fleisch, zart geschnitten, dunkel und hell nebeneinander.

Schüsseln mit Salaten, grün, frisch, glänzend.

Schalen mit Soßen, dick und duftend.

Früchte, aufgeschnitten, ihre Farben offen.

Kuchen stehen da, mehr als einer. Mit heller Creme, mit Beeren, mit feinem Zucker bestäubt. Schalen mit dunklen Beeren, prall und glänzend.

Gebäck, gefüllt mit Honig und fein gehackten Nüssen.

Warmes Brot, noch atmend.

Weitere Tische schließen sich an, alle in Weiß gedeckt. Dunkelrote Servietten liegen gefaltet neben Kristallgläsern, die das Licht brechen. Silberbesteck glänzt, unaufdringlich, bereit.

Zwischen den Gedecken kleine Blumenarrangements. Nichts Großes.

Nur genug, um Nähe zu schaffen.

Die Stühle sind mit weißem Stoff bezogen.

An jeder Rückenlehne eine dunkelrote Schleife, gebunden wie ein Versprechen.

Alles ist da.

Alles wartet.

Getragen von der Melodie aus der Kirche.

„Komm“, sagt Lirien neben mir.

Ihre Stimme ist hell, ungeduldig vor Freude.

„Wir feiern mit.“

Ich zögere.

„Man geht nicht einfach auf Hochzeiten“, sage ich leise.

„Nicht, wenn man nicht eingeladen ist.“

Lirien sieht mich an, dann lacht sie.

„Wie du willst.“

Sie breitet die Flügel aus und hebt ab. Kein Anlauf, kein Abschied. Einen Augenblick ist sie noch da, im nächsten schon Teil der Kapelle, des Lichts, der Musik.

Ich bleibe stehen.

Der Boden unter meinen Füßen beginnt zu vibrieren. Ganz sanft. Nicht beängstigend. Wie ein Herzschlag, der sich mitteilt. Der Rhythmus der Harfe geht in meine Füße über, das Klavier in meine Knie.

„Du darfst ruhig mitfeiern.“

Die Stimme kommt von hinten.

Ich drehe mich um.

Eira!

Sie trägt ein rosafarbenes Sommerkleid, leicht, als hätte der Wind es genäht. Auf dem Kopf ein beiges Hütchen, geschmückt mit kleinen rosafarbenen Blumen. Nichts an ihr ist laut. Alles an ihr ist da.

Ihr Lächeln ist ruhig. Beständig.

Sie nimmt meine Hand.

Ihre Finger sind warm, vertraut, als hätten sie mich schon oft gehalten.

Wir gehen zum Büffet.

Die Musik begleitet uns nicht, sie öffnet uns den Weg.

„Hörst du, was sie singt?“, fragt Eira.

Ich lausche.

Es wird nicht lange dauern, Geliebte, bis zu unserem Hochzeitstag.

Etwas in mir zieht sich zusammen.

Sanft. Glücklich.

„Das erinnert mich an etwas“, sage ich.

Eira reicht mir ein Glas.

Eine Limonade, klar und kühl. Darin treiben Blätter und kleine Blüten.

Sie riecht nach Sommernachmittag und Lachen.

„Und an was erinnert es dich?“

Ich lache leise, überrascht von mir selbst.

„Edward“, sage ich. „Das ist ein irisches Hochzeitslied. Jemand hat es an unserem Hochzeitstag für uns gespielt.“

Der Klang trägt seinen Namen weiter, ohne ihn zu verändern.

„Ist Edward hier?“, frage ich.

Eira nickt, langsam.

„Er ist da. Aber es dauert noch ein wenig, bis du ihn triffst.“

Ich halte das Glas fester.

„Und Rose?“

Ich sehe mich um.

„Ich suche doch Rose. Ist sie bei Edward? Bei ihrem Vater?“

Eira legt den Kopf schief, als würde sie etwas abwägen, das Zeit braucht.

„Schon möglich“, sagt sie schließlich. „Du wirst sie treffen. Ganz sicher.“

Dann lächelt sie wieder, leicht.

„Aber jetzt ist es Zeit zu feiern.“

Die Musik hebt sich, weiter, breiter.

Elfen lachen.

Feen tanzen.

Blumen werden gestreut, fallen wie Versprechen.

„Alle sind da“, sagt Eira leise.

„Nur du hast gefehlt.“

Ich spüre den Boden.

Den Klang.

Die Liebe, die bleibt, auch wenn alles andere vergeht.

Eira legt ihre Hand in meine.

Und diesmal gehe ich nicht weiter.

Ich gehe mit ihr zur Kirche.

این فصل چطور بود؟

ورود برای نوشتن نقد نیز.

فصل 10فصل 12